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    Arbeitsmarktzugang

    Die Bestimmungen zur Erteilung einer Arbeitserlaubnis variieren in Deutschland je nach Herkunftsland. Generell wird zwischen Staatsbürgern des Europäischen Wirtschaftsraums (neben den EU-Mitgliedstaaten zählen hierzu noch Island, Liechtenstein und Norwegen) sowie der Schweiz und Drittstaatsangehörigen (Nicht-EU-Bürgern) unterschieden.

    Bürger der Europäischen Union, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz

    Für Staatsangehörige dieser Länder gilt die europäische Personenfreizügigkeit. Das heißt sie genießen eine

    • uneingeschränkte Niederlassungsfreiheit (sie dürfen jede erlaubte selbstständige Erwerbstätigkeit aufnehmen und ausüben) und
    • uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit.

    Staatsangehörige aus diesen Ländern haben freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt und benötigen keine Arbeitserlaubnis. Sie sind deutschen Staatsangehörigen gleichgestellt und unterliegen keiner Vorrangprüfung.

    Bürger aus Drittstaaten

    Neubürger aus Drittstaaten müssen, um in Deutschland arbeiten zu können, bereits vor Einreise einen Aufenthaltstitel zur Aufnahme einer Beschäftigung bei der deutschen Auslandsvertretung in ihrem Herkunftsland beantragen. Die Art des Zugangs zum Arbeitsmarkt ist in dem Aufenthaltstitel vermerkt. Bei eingeschränktem Zugang müssen Sie eine Arbeitserlaubnis bei der ZAV beantragen.

    Ausnahme: Bürger aus visumsfreien Staaten (Australien, Israel, Japan, Kanada, der Republik Korea, von Neuseeland und der Vereinigten Staaten von Amerika) können auch ohne Visum nach Deutschland einreisen (3 Monate visumsfreier Aufenthalt) und nach ihrer Einreise den erforderlichen Aufenthaltstitel bei der Ausländerbehörde in Deutschland beantragen. Die Arbeit darf jedoch erst aufgenommen werden, wenn der Aufenthaltstitel erteilt wurde und die Aufnahme der Erwerbstätigkeit hierin erlaubt wurde.

    Tipp: Um die Dauer des Verfahrens zu verkürzen, wenden Sie sich an Ihren zukünftigen Arbeitgeber. Dieser kann direkt bei der ZAV ein Verfahren der Vorabprüfung einleiten. Die ZAV prüft dann, ob die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt werden und gibt die Entscheidung an die zuständige Visastelle weiter. Dadurch werden Ihnen in einem Schritt der Aufenthaltstitel zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit und die Arbeitserlaubnis erteilt.

    Für Hochqualifizierte aus Drittstaaten wurde der Zugang zum Arbeitsmarkt durch die „Blaue Karte EU“ erleichtert. Voraussetzung für diesen Aufenthaltstitel ist ein Hochschulabschluss, ein Arbeitsvertrag sowie ein Bruttojahresgehalt von mindestens 50.800 Euro (Stand 25.01.2017). In Mangelberufen erhalten ausländische akademische Fachkräfte die "Blaue Karte EU" bereits dann, wenn sie jährlich mindestens 39.624 Euro brutto verdienen. Inhaber einer Blauen Karte EU erhalten grundsätzlich nach 33 Monaten ein Daueraufenthaltsrecht, wenn ein Arbeitsvertrag fortbesteht. Haben sie gute deutsche Sprachkenntnisse, erhalten sie das Daueraufenthaltsrecht bereits nach 21 Monaten. Familienangehörige müssen vor der Einreise keine deutschen Sprachkenntnisse nachweisen und dürfen nach der Einreise sofort unbeschränkt erwerbstätig werden.

    Quelle: BMWi


    Hochschulabsolventen

    Nach dem Abschluss des Studiums in Deutschland, haben Absolventen die Möglichkeit hier nach einem Arbeitsplatz zu suchen. Hochschulabsolventen aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Ausnahmeregelungen gibt es für kroatische Absolventen), Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz haben freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Für Absolventen aus Drittstaaten, die erfolgreich ihr Studium in Deutschland abgeschlossen haben, besteht die Möglichkeit ihre Aufenthaltserlaubnis um 18 Monate zu verlängern, um in dieser Zeit nach einer Arbeitsstelle in Deutschland zu suchen oder sich Selbstständig zu machen. Dabei gilt das Studium mit Bestehen der letzten Prüfung als „erfolgreich beendet“, nicht erst bei der Exmatrikulation oder bei der Ausgabe des Zeugnisses. Mit der letzten Prüfung startet somit die 18monatige Frist zur Arbeitsplatzsuche.

    In diesen 18 Monaten haben Absolventen Zeit einen Arbeitsplatz zu finden, der ihrer Ausbildung angemessen ist. Zudem müssen sie nachweisen, dass ihr Lebensunterhalt während dieser Zeit gesichert ist. Im Gegensatz zu Studierenden haben arbeitssuchende Absolventen jedoch die Möglichkeit zu arbeiten, ohne zeitliche oder branchenspezifische Einschränkung.


     
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